Bikertreff „Iunctim Germanitas“ – 25 Jahre

Gestern bereits in der IK erschienen, also heute nochmal hier:

Das Verkehrsbild auf Steinhorsts Straßen war an diesem Wochenende deutlich anders als
gewohnt: Statt Landmaschinen und Pkw dominierten Motorräder in sämtlichen Formen, Farben und
Ausführungen das Ortsbild. Anlass war das große Jubiläum des Motorradclubs Iunctim Germanitas,
der sein 25-jähriges Bestehen auf dem Gelände des Oldtimerclubs am Reinhorn mit einem
dreitägigen Fest zelebrierte.


Vom 25. bis 27. Juli verwandelte sich der alte Reitplatz in einen Treffpunkt für Biker, Musikfans,
Familien und Neugierige aus der Region. Hunderte Besucherinnen und Besucher strömten zum
Jubiläum – darunter zahlreiche Gäste befreundeter Clubs von Nah und Fern. Mit Rockmusik,
Benzinduft, kulinarischen Genüssen und einem familiären Miteinander wurde der Meilenstein
gebührend gefeiert.


In einem Redebeitrag erinnerte der Clubpräsident Sascha Friedel an die Anfänge von Iunctim
Germanitas
, die vor 25 Jahren als Zusammenschluss motorradbegeisterter junger Soldaten begannen.
Über viele Jahre hinweg – von 2000 bis 2014 – war der Club in der ehemaligen Richthofen-Kaserne in
Dedelstorf beheimatet. Doch nach einem Eigentümerwechsel des Kasernengeländes war ein
Standortwechsel notwendig. Nach einer kleinen Übergangszeit ohne Vereinsheim fand der Club 2017
seine heutige Heimat in Steinhorst. Seitdem sind die Männer und Frauen mit ihren Bikes gern
gesehene Gäste im Dorf– und leben ihr Motto „verbundene Brüderlichkeit“ mit Herz, Helm und
Handgas.


„Unser Jubiläum ist nicht nur ein Bikerfest“, betonte der Präsident. „Wir laden alle ein – Freunde,
Familien, neugierige Dorfbewohner – eben jeden, der Lust auf gute Stimmung und interessante
Begegnungen hat.“ Gemeinsam mit Vizepräsident Arne Haupt und allen engagierten Mitgliedern des
Clubs stellte er ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine, das sowohl Szenekenner als auch
Gelegenheitsgäste begeisterte.


Den Auftakt machte am Freitag „Buddy Schmidt“ als unterhaltsamer Alleinunterhalter, der für
musikalische Einstimmung sorgte. Der Samstag wurde zum Höhepunkt: Mit einem gemeinsamen
Frühstück, Livemusik, Grillspezialitäten, Spanferkel, einer Cocktailbar und einem üppigen
Kuchenbuffet – liebevoll vorbereitet von den Clubfrauen – kam schon fast eine Art Festivalstimmung
auf. Am Samstag spielten gleich zwei Bands auf der eigens umgebauten Lkw-Bühne: „Cockroach“ und
„Ohne Limit“ brachten mit Rock und Bass das Gelände zum Beben.
Eine anspruchsvolle Bikerolympiade lockte einige Teilnehmende an, die sich im
Geschicklichkeitsparcours mit Kraft und Fahrkünsten maßen – Pokale inklusive. Wer lieber zuschaute,
fand Inspiration bei einer Tattoo-Künstlerin oder konnte bei einem Bikeshop dann alles „zum
Hübschmachen“ erwerben – von Kutten über Accessoires bis zu praktischer Kleidung. Eine mobile
Bike-Reparaturstation ermöglichte zudem schnelle Hilfe für Maschinen mit kleinen Wehwehchen.

Ein besonderer Höhepunkt war die feierliche Spendenübergabe am Samstagnachmittag: Der Club
überreichte der Grundschule Kunterbunt in Steinhorst vier knallgelbe Kinderroller. „Anfangs hatten
wir über soziale Unterstützungsideen nachgedacht – zum Glück gibt es da aktuell keinen Bedarf“,
erklärte Präsident Friedel mit einem zufriedenen Lächeln. „Die Roller sind zwar noch ohne Motor –
aber schon mal eine gute Grundlage so als Einstieg auf zwei Rädern“, fügte er augenzwinkernd hinzu.
Mit der Sachspende soll die Verkehrserziehung der Schülerinnen und Schüler praxisnah unterstützt
werden – ein Beitrag des Clubs zur Sicherheit auf den Straßen.



Neben all dem Feiern wurde aber auch gewürdigt: Die weiteste Anreise legten die Mitglieder des
„Wolfmen MC“ aus Kaufbeuren in Bayern mit stolzen rund 750 Kilometern Fahrtstrecke zurück. Die
größte Teilnehmergruppe stellten die „Knieschleifer“ aus Celle. Die Bikerolympiade entschied das
Team von „Marius Bm Shop“ ebenfalls aus Celle für sich – Geschick, Spaß und Pokale inklusive.
Ein Augenzwinkern verdiente sich auch die Auszeichnung für „den dreckigsten Hocker“, also das
dreckigste Motorrad des Treffens – eben gelebte Schrauberkultur statt Showroom-Glanz.


Besonders hob Sascha Friedel die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Bürgerinnen und
Bürgern hervor. „Wir sind dankbar, dass wir hier mit offenen Armen empfangen wurden – und dass
wir in unserem Vereinsheim an der Wittinger Straße so unkompliziert unser Ding machen dürfen.“ Die
Übergangsphase nach der Dedelstorfer Zeit sei nicht ganz einfach gewesen. „Gerade als Motorradclub
stößt man schnell auf Vorurteile – da braucht es Vertrauen, Offenheit und Geduld von beiden Seiten.“
Der Veranstaltungsort – das Gelände des Oldtimerclubs und damit nur ein paar hundert Meter
entfernt vom Domizil des Clubs– erwies sich übrigens erneut als ideal: Großzügig, gut erreichbar und
durch Veranstaltungen wie das Oldtimertreffen bereits etabliert.


Der Sonntagmorgen begrüßte die Zeltgäste mit einem ordentlichen Regenschauer. Mit dem Abbau
endete ein Wochenende voller Gemeinschaft, Leidenschaft und lauter Motoren. Die Iunctim
Germanitas haben mit ihrer Jubiläumsfeier nicht nur auf 25 Jahre zurückgeblickt – sondern auch
gezeigt, wie lebendig, offen und engagiert moderne Clubkultur sein kann.
„Es war laut, bunt und herzlich – genau so, wie wir es uns gewünscht haben“, so das Fazit der
Veranstalter. Und wer am Wochenende einmal in Steinhorst war, weiß: Diese Rocker sind nicht nur
lautstark unterwegs – sie haben auch Herz und Haltung unter dem Helm.

Fotos & Bericht: Vanessa Deckwer

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