Mit Pauke, Querflöten und Trommeln: Der Spielmannszug eröffnete am vergangenen Freitag feierlich
das 50-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr Steinhorst. Zahlreiche Gäste, darunter aktive und
ehemalige Mitglieder, Freunde, Unterstützer und Vertreter aus Feuerwehr und Politik, waren ins
Gerätehaus gekommen, um gemeinsam ein halbes Jahrhundert Jugendarbeit und Kameradschaft zu
feiern.


Begrüßt wurden die Gäste von Jugendwart Timo Labion und dem stellvertretenden Ortsbrandmeister
Christoph Labion. In ihren Worten schwang nicht nur Stolz, sondern auch Dankbarkeit mit – für all
jene, die die Jugendfeuerwehr seit Anfang an begleitet und unterstützt haben.
Am 1. April 1975 wurde die Jugendfeuerwehr Steinhorst offiziell gegründet, „Kein Aprilscherz“, so
Labion augenzwinkernd. Die Idee dazu hatten drei Männer – Heiner Deppe, damals amtierender
Ortsbrandmeister, Ernst Lütge und Herbert Matthies. Am Rande eines Lehrgangs in Celle entwickelten
sie die Vision einer „Nachwuchsschmiede“ für die Freiwillige Feuerwehr Steinhorst, welche sich am Januar 1975 auf der Jahreshauptversammlung dann manifestierte.


Im Laufe des Tages ergriffen zahlreiche Gäste das Wort: Gemeindebrandmeister Thorsten Gaas,
Rainer Nuth in Vertretung für den Samtgemeindebürgermeister Henning Evers,
Gemeindejugendfeuerwehrwart Daniel Schulze, Peter Grüneweg für die Gemeinde und den
Gemeinderat Steinhorst sowie Richard Grimm, einer der ersten Betreuer der Steinhorster
Jugendfeuerwehr und zugleich Initiator der Nachbarjugendfeuerwehr in Eldingen. Sie alle würdigten
die große Bedeutung der Jugendarbeit für den Fortbestand der Feuerwehr – und hoben besonders
den Zusammenhalt und die gelebte Kameradschaft hervor, die die Jugendfeuerwehr Steinhorst seit
nun mehr fünf Jahrzehnten prägt.
Dass diese Kameradschaft stets mit Leistung verbunden war, zeigt auch die Chronik: Schon im
Gründungsjahr 1975 gelang der erste große Erfolg – Platz 1 beim Kreiswettbewerb in Brome. 1978
folgte die Krönung mit der Bezirksmeisterschaft in Steinhorst für Steinhorst. In den folgenden Jahren
erarbeitete sich die Jugendfeuerwehr zahlreiche gute Platzierungen bei Wettbewerben auf Kreis-,
Bezirks- und sogar Landesebene und errang dazu unzählige Leistungsspangen.


Bis 1985 waren bereits über 40 Jugendliche in die aktive Wehr übergetreten – ein Beweis dafür, dass
die Nachwuchsarbeit bestens funktionierte. Die 1990er-Jahre brachten dann zwei große Neuerungen:
Zum einen aufgrund wachsender Mitgliederzahlen die Gründung einer „Aufbaugruppe“, die junge
Feuerwehrleute gezielt auf den Wechsel in den aktiven Dienst vorbereitete. Zum anderen wurden
erstmals Mädchen in die Jugendfeuerwehr aufgenommen – eine Veränderung, die längst
selbstverständlich geworden ist und das Gesicht der Wehr nachhaltig bereicherte.
Neben den Wettbewerben zählten die Zeltlager stets zu den Höhepunkten im Jahreskalender.
Besonders das große Gemeindezeltlager 2016 in Steinhorst ist bis heute unvergessen.
Rückschläge und Neubeginn
Doch die Jugendfeuerwehr musste auch schwierige Zeiten überstehen. Kurz vor der Corona
Pandemie war die Zahl der Mitglieder auf nur noch drei Jugendliche gesunken. Durch die Pandemie
selbst fielen dann sämtliche Dienste, Zeltlager und Wettbewerbe weg – eine harte Zeit für alle
Beteiligten. Doch der Neustart gelang: Heute gehören wieder 19 Jugendliche ab einem Alter von zehn
Jahren zur Jugendfeuerwehr, insgesamt waren es in den 50 Jahren stolze 212.
Zur Feier des Jubiläums zeigte die aktuelle Gruppe im Lachtepark eine kleine Vorführung: Mit
Schläuchen, Hindernissen und viel Engagement demonstrierten die Jugendlichen einen dreigeteilten
Löschangriff und zeigten dabei wie Feuerwehrtechnik spielerisch gelernt und geübt wird.
Anschließend lud Timo Labion zu einem bebilderten Rückblick auf die wichtigsten Meilensteine der
vergangenen fünf Jahrzehnte.


Ein besonderer Moment des Tages waren zudem die Ehrungen von Werner Bieber, Stefan Falk und Heiner Schmidt – drei Männer, die seit nun 50 Jahren ununterbrochen Teil der Wehr sind.


Natürlich durfte bei dieser Feier auch die Stärkung nicht fehlen: Aus der Gulaschkanone gab es eine
deftige selbstgemachte Erbsensuppe, bei deren Verzerr viele ihre Erinnerungen an frühere Dienste,
Wettkämpfe und Zeltlager miteinander teilten. Bis spät in den Abend hinein wurde gelacht, erzählt
und in alten Geschichten geschwelgt – genau so, wie es zu so einem Jubiläum passt.


50 Jahre Jugendfeuerwehr Steinhorst – das sind fünf Jahrzehnte voller Einsatzbereitschaft, gelebtem
Miteinander und unzähligen Erinnerungen. Die Jugendfeuerwehr war immer mehr als nur
Vorbereitung auf den aktiven Dienst: Sie ist Treffpunkt, Kameradschaft und Zusammenhalt. Oder wie
es ein Festredner treffend formulierte: „Die Jugendfeuerwehr ist nicht nur die Zukunft der Wehr – sie
ist das Herzstück unserer Einheit.“
Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.
Bericht & Bilder: Vanessa Deckwer