Wer am Sonntagvormittag (12. Oktober 2025) am Steinhorster Schützenhaus vorbeikam, sah schnell: Hier ist heute etwas
los! Statt der sonst üblichen Grün-Weißen Schützen- oder Sportvereinsfarben bestimmten Orange
und Blau das Bild. Schon früh am Morgen herrschte auf dem Parkplatz geschäftiges Treiben,
Feuerwehrfahrzeuge aus allen Teilen des Landkreises Gifhorn parkten Tür an Tür, während sich ca. 400 Jugendliche auf den bevorstehenden Kreis-Orientierungsmarsch der Jugendfeuerwehren
vorbereiteten.


Insgesamt 53 Gruppen mit jeweils mindestens sechs Jugendlichen waren angetreten, um die rund 6
Kilometer lange Strecke zwischen Steinhorst und Räderloh zu bewältigen. Aufgrund des Ferienbeginns
waren es etwas weniger Gruppen als ursprünglich erwartet – der Stimmung tat das aber keinen
Abbruch.
An insgesamt sechs Stationen entlang der Strecke warteten unterschiedliche Aufgaben, die
Geschicklichkeit, Zusammenarbeit und manchmal auch etwas Glück verlangten. Beim Flechten mit
Feuerwehrschläuchen kam es auf saubere und schnelle Arbeit an, denn die Anzahl der korrekt
geflochtenen Stränge bestimmte die Punktzahl. An einer anderen Station mussten die Jugendlichen
aus schräg gesägten Bauklötzen einen möglichst hohen, geraden Turm errichten – eine
Herausforderung für Feinmotorik und Teamkoordination.
Weitere Stationen forderten sportliches Geschick, Zielgenauigkeit, Fingerspitzengefühl und vielleicht
auch etwas Glück wie etwa beim Leinenwerfen oder beim Wasser spritzen.
Die aktiven Mitglieder der Feuerwehr Steinhorst waren den ganzen Tag im „Einsatz“ – als
Stationsleiter, Verpfleger, Ansprechpartner und Helfer. Sie sorgten für die richtige Ausübung der
Stationen, Motivation, wo welche gebraucht wurde und weitere gute Laune entlang der gesamten
Strecke. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Christoph Labion wechselte dabei stetig zwischen
Streckenbesichtigung und Organisatorischem im Schützenhaus.


Neben vielen Feuerwehrleuten und Jugendfeuerwehrwarten aus dem gesamten Landkreis machten
sich auch Gäste aus Politik und Verwaltung ein eigenes Bild vom Engagement der Jugendlichen.
Samtgemeindebürgermeister Henning Evers und die Landtagsabgeordnete Kirsikka Lansmann waren
ebenfalls auf der Strecke unterwegs. Beide ließen es sich nicht nehmen, selbst an einigen Stationen
teilzunehmen und die Übungen der Jugendlichen „spielerisch zu testen“.
Landrats-Kandidat Philipp Raulfs war ebenfalls anzutreffen. „Starke Leistung vom Nachwuchs, tolle
Organisation!“, lobte er die Teilnehmer.
So reibungslos der Marsch selbst erst verlief, gab es zum Schluss dann aber doch einen kleinen
organisatorischen Haken: An einer Station kam es zu einem Stau, was den Zeitplan etwas ins Wanken
brachte. In Verbindung mit technischen Schwierigkeiten in der Auswertung und kleinen
Kommunikationsproblemen verzögerte sich die Siegerehrung dann um rund eineinhalb Stunden.
Währenddessen nutzten die Gruppen die Pause im und am Schützenhaus, wo es reichlich
Verpflegung mit Pommes und Bratwurst sowie Getränken gab. Viele setzten sich zu Karten- und
Gesellschaftsspielen zusammen oder tauschten Erlebnisse des Tages aus.


Als die Ergebnisse schließlich feststanden, hatte niemand schlechte Laune – im Gegenteil. Die
Stimmung blieb ausgelassen, und die stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin Nord Daniela von
der Ohe-Hoffmann entschuldigte sich vielmals für die Verzögerung: „Das gehört manchmal wohl dazu
und zeigt, wie bedeutsam gute Kommunikation ist. Wichtig ist, dass alle sicher ins Ziel gekommen
sind und Spaß hatten – und das war eindeutig der Fall.“
Im Rahmen der Veranstaltung konnten zudem 68 Jugendliche mit der Jugendflamme Stufe 2
ausgezeichnet werden. Diese Ehrung wird nach bestandener theoretischer und praktischer Prüfung
verliehen – der Orientierungsmarsch bildete dabei den sportlichen Teil. Eine erfolgreiche Abnahme
des Abzeichens erfordert neben sportlichen Leistungen zudem Kenntnisse und Fertigkeiten in den
Bereichen Feuerwehrwissen und Technik in der Jugendfeuerwehr.


Dann wurde es spannend: Von der Ohe-Hoffmann verlas im Beisein zahlreicher weiteren Gäste und
Feuerwehr-Führungskräfte nach und nach alle 53 Plätze, wobei ab Platz 20 dann die begehrten Pokale
vergeben wurden. Ausrichter Steinhorst selbst erreichte mit 220,3 Punkten einen guten zehnten
Platz, mit dem auch Jugendwart Timo Labion soweit glücklich war. Den dritten Platz belegte die
Gruppe Adenbüttel I, Lagesbüttel sicherte sich den zweiten Rang und bekam dafür den von der
Kreisfeuerwehr gestifteten Pokal überreicht. Der Siegerpokal, gestiftet vom Landkreis Gifhron, ging
mit 283,6 Punkten an die Jugendfeuerwehr Ettenbüttel und somit auch der Wanderpokal.
Peter Grüneweg von der Gemeinde Steinhorst aus, Samtgemeindebürgermeister Henning Evers,
Kreisbrandmeister Jens Dieckmann, sein Stellvertreter Matthias Klose sowie Gemeindebrandmeister
Thorsten Gaas gratulierten den erfolgreichen Jugendfeuerwehren persönlich.

Nach der Siegerehrung war man sich einig: Der Tag war ein Erfolg – und das nicht nur wegen der
sportlichen Leistungen. „Die Jugendlichen haben Teamgeist, Einsatzfreude und Spaß gezeigt – genau
das, was die Feuerwehr ausmacht“, so das Lob während den Ehrungen. Auch Ausrichter Steinhorst
konnte zufrieden sein: „Ein großer Dank gilt den vielen Helfern an den Stationen und hinter den
Kulissen, die diesen Tag so möglich gemacht haben.“
Als am frühen Abend die letzten Gruppen ihre Heimreise antraten und die einzelnen
Feuerwehrfahrzeuge hupend vom Parkplatz rollten, blickten alle Beteiligten auf einen gelungenen Tag
zurück. Mit dem Orientierungsmarsch zeigte die Kreisjugendfeuerwehr Gifhorn eindrucksvoll, dass die
Nachwuchsarbeit in den Ortswehren lebendig ist!
Fotos & Bericht: Vanessa Deckwer