In wohliger Atmosphäre und bei winterlichem Kerzenschein trafen sich am Donnerstag, den 4. Dezember, rund 40 Damen der Steinhorster Landfrauen zur traditionellen Weihnachtsfeier im Landhaus Räderloh bei Kirk. Die große Diele des Hauses bot mit ihrer warmen Beleuchtung und dem knisternden Kaminofen den idealen Rahmen für einen stimmungsvollen Nachmittag.
Zu Beginn hieß die erste Vorsitzende, Ulrike Lilje-Türschmann, alle Anwesenden herzlich willkommen. In ihrer kurzen Ansprache dankte sie den Mitgliedern für ihr Engagement im zurückliegenden Jahr und wünschte bereits eine besinnliche Adventszeit. Gleichzeitig lud sie zu den kommenden Veranstaltungen ein – darunter die Generalversammlung im Januar sowie die Tagesfahrt nach Hannover im April, die bereits mit großer Vorfreude erwartet wird.

Anschließend wurde das gemütliche Kaffeetrinken eröffnet: Ein verführerischer Duft nach frisch gebrühtem Kaffee, Apfelkuchen und gefülltem Bienenstich erfüllte den Raum. Während die Gäste sich an den Köstlichkeiten stärkten, entstand rasch ein lebhaftes Stimmengewirr. Viele nutzten die Gelegenheit, um sich auszutauschen, Neuigkeiten zu teilen oder einfach den Kuchen zu genießen. Zwischendurch erklangen mehrere gemeinsam gesungene Weihnachtslieder, die die festliche Stimmung noch einmal verstärkten.
Nach der Kaffeepause durfte der Verein eine besondere Referentin begrüßen: Hella Mahler. Trotz terminlicher Engpässe hatte es die ehemalige Pastorin und langjährige Gleichstellungsbeauftragte der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers geschafft, an diesem Nachmittag nach Räderloh zu kommen. Ihr Vortrag mit dem Titel „Wenn der Weihnachtsmann eine Frau wäre…“ sorgte von Beginn an für gespannte Aufmerksamkeit – und immer wieder für herzhaftes Schmunzeln.

Mit einer Mischung aus Humor, theologischer Einordnung und gesellschaftlicher Beobachtung ging Mahler der Frage nach, warum der Weihnachtsmann als Symbolfigur traditionell männlich gedacht wird. „In Zeiten, in denen überall Fachkräftemangel herrscht, ist es doch erstaunlich, dass noch niemand ernsthaft über Weihnachtsdamen nachgedacht hat“, bemerkte sie augenzwinkernd.
In ihrem Vortrag spannte Mahler einen weiten Bogen: Sie erinnerte an die historischen und kirchlichen Wurzeln der Figur, etwa an Nikolaus von Myra oder die Änderungen in der Kirche, die Martin Luther vorangetrieben hätte. Zudem warf sie einen Blick über die deutschen Landesgrenzen hinaus – nach Frankreich und nach Italien zur „Befana“, jener geheimnisvollen alten Frau, die traditionell die Geschenke dort bringt.
Mahler machte deutlich, dass die heutige Form des Weihnachtsmannes keineswegs nur das Produkt großer Konzerne sei – auch wenn diese zweifellos fleißig zur Verfestigung eines männlich geprägten Weihnachtsbildes beigetragen hätten. Begleitet von kurzen Geschichten und Gedichten, die zum Nachdenken, manchmal aber auch zum herzhaften Lachen anregten, gelang es ihr, das Publikum gleichermaßen zu unterhalten und zu inspirieren. Immer wieder ging ein zustimmendes Nicken durch die Reihen, gefolgt von leisem Gelächter und kleinen Aha-Momenten.

Zum Abschluss wandte sich Mahler direkt an die „Weihnachtsdamen“ im Raum: Schließlich seien es meist sie, die sich Jahr für Jahr um Geschenke, Vorbereitungen, Plätzchenbacken und Dekoration kümmerten. Ihnen wünschte sie ein besonders friedliches und besinnliches Weihnachtsfest und stand danach gerne noch für Fragen, persönlichen Austausch und Gespräche zur Verfügung.

Ulrike Lilje-Türschmann bedankte sich zum Ende der Veranstaltung herzlich bei der Referentin sowie bei allen Teilnehmerinnen. Mit warmen Worten verabschiedete sie die Landfrauen in den Abend und freute sich über die große Resonanz. Für einige klang der Nachmittag bei weiteren Gesprächen und einem letzten Blick auf die festlich geschmückte Kaffeetafel stimmungsvoll aus.
Bericht & Bilder: Vanessa Deckwer