Danke, Uwe! – JHV SG Steinhorst 2026

Zur Jahreshauptversammlung der Schützengesellschaft Steinhorst konnte der 1. Vorsitzende Uwe Schmidt am Samstagabend, 31. Januar, zahlreiche Mitglieder im gut gefüllten Steinhorster Schützenhaus begrüßen. Auf den Plätzen der Gäste lag bereits die druckfrische Chronik – eine umfangreiche Festzeitschrift mit Daten, Fakten, Fotos und Grußworten anlässlich des 175-jährigen Jubiläums, das die Schützengesellschaft im vergangenen Jahr gefeiert hatte.

In seinem Bericht blickte Uwe Schmidt ausführlich auf das Jubiläumsjahr 2025 zurück. Aktuell zählt der Verein 237 Mitglieder bei einem Durchschnittsalter von 41,1 Jahren – darunter das jüngste Mitglied, welches seinen ersten Geburtstag noch vor sich hat. Das Jubiläumsjahr sei geprägt gewesen von vielen Höhepunkten: einem großen Kommers mit Ummarsch zum Ehrenmal, gemeinsamem Suppenessen und selbst geschnittenem Filmmaterial im April, einer Fahrt zur TMK Mattsee nach Österreich mit 55 Teilnehmenden, einem Kinderschützenfest mit kleinem Jubiläum (75 Jahre nach Wiederbeginn) sowie einem ausschweifenden Jubiläumsschützenfestwochenende mit imposantem Festzug, neuer Schützenfahne und einer großen, emotionalen Feier. Zudem seien „Haus und Hof“ an die Gemeinde übergeben worden, wobei die Schützengesellschaft weiterhin Hauptmieter des Schützenhauses bleibe.

Im Anschluss daran gaben die einzelnen Abteilungen Einblick in ihre Arbeit des vergangenen Jahres. Den Auftakt machte Jugendwart Heiner Schmidt, der – wie so oft – mit einem umfangreichen und detaillierten Rückblick auf ein erfolgreiches Schießsportjahr der Nachwuchsschützen aufwartete. Es sollte zugleich sein letzter Bericht in dieser Funktion sein. Auch Markus Tietje verlas als 1. Schießwart seinen Abschiedsbericht.

Mit einem Augenzwinkern meldeten sich anschließend die Seniorenschützen zu Wort. Ihr Sprecher Heiner Müller, selbstironisch auch als Teil der nun „singenden Silberrücken – gut Schuss!“ bekannt, stellte klar, dass zwar reichlich Schießsporterfahrung vorhanden sei, von Stillstand oder gar Einrosten jedoch keine Rede sein könne.

Einen etwas anderen sportlichen Schwerpunkt setzten die Silhouettenschützen: Horst Köhler berichtete über ein ereignisreiches Jahr der seit sechs Jahren in Steinhorst beheimateten Abteilung, geprägt von Formaten wie dem Mettigelschießen, Hike & Shoot, einer offenen Vereinsmeisterschaft sowie dem Norddeutschen Silhouetten Grand Prix. Auch der Blick nach vorn kam nicht zu kurz – für das kommende Jahr sind wieder vermehrt Teilnahmen an internationalen Wettkämpfen geplant. Kassenwart Henrik Schmidt konnte trotz hoher Ausgaben im Jubiläumsjahr einen soliden Kassenstand vermelden – eine Beitragserhöhung sei also nicht notwendig.

Auch Schützenkönig Alexander Blender ergriff das Wort und blickte auf die erste Hälfte seines Königsjahres zurück. Besonders erinnerte er an den Moment „wie der Hahn zum Ei kam – beziehungsweise ich zu meinem Königsschuss“ und dankte für die große Unterstützung aus dem Verein.

Mit besonderer Spannung wurde Tagesordnungspunkt acht erwartet: die Wahlen. Nach 15 Jahren an der Spitze hatte Uwe Schmidt seinen Rückzug bereits zuvor angekündigt. „Bis etwa 18.30 Uhr hatte ich Variante A und Variante B im Kopf – und Variante A fand ich eindeutig besser“, erklärte er schmunzelnd. Genau diese Variante trat ein: Oberst Sascha Röhling wurde einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt.

An seiner Seite steht künftig Lukas Pagel als stellvertretender Vorsitzender, der damit ein neues Kapitel nach Jahren an der Spitze des Jungschützenzuges aufschlägt. Dort übernimmt nun sein Bruder Tobias Pagel das Kommando. Auch an weiteren Stellen setzte die jüngere Generation auf frischen Wind und bewährte Kräfte zugleich: Lisa Grieß und Marlena Heers kümmern sich künftig um die Jungschützenmädels, Niklas Hahn bleibt dem Vorstand als 2. Vorsitzender erhalten und Joris Glasemann verstärkt das Team als Beisitzer.

Eine kleine Rochade gab es in der Kassenführung: Der langjährige 2. Vorsitzende Torben Dehning wechselte an die Front der Banknoten und bildet nun gemeinsam mit Henrik Schmidt das Kassenteam, nachdem Lara Wulff ihr Amt als 2. Kassiererin niedergelegt hatte. Kontinuität herrscht hingegen bei Schriftführung und Damenabteilung, die weiterhin in den bewährten Händen von Darline Tepper, Alina Schmidt, Doreen Plieth und Dorthe Falk liegen.

Auch im Schießkeller und in der Jugendarbeit wurden die Weichen neu gestellt. Nach über 20 Jahren als erster Ansprechpartner im Schießsport übergab Markus Tietje den Posten des 1. Schießwarts an Julian Lahmann, der von Siegfried Zilke unterstützt wird. In der Jugendabteilung trat Heiner Schmidt nach mehr als zwei Jahrzehnten als Jugendwart ab. Sein Nachfolger ist Sebastian Falk, dem Kevin Zilke zur Seite steht. Ob dessen Jahresberichte künftig ebenso gewissenhaft ausführlich ausfallen werden, bleibt allerdings abzuwarten.

Nachdem der neue Vorstand vollständig gewählt war, schlug die Stimmung im Schützenhaus spürbar in Richtung Abschied um. Die ausscheidenden Amtsinhaber wurden mit Blumen, warmen Worten und langanhaltenden stehenden Ovationen aus ihren Ämtern verabschiedet. Besonders emotional geriet dabei der Abschied von Uwe Schmidt, der dem Vorstand und Kommando über insgesamt 27 Jahre angehört hatte und davon 15 Jahre als 1. Vorsitzender die Geschichte der Schützengesellschaft maßgeblich geprägt hatte. Für viele war und ist sein Name untrennbar mit dem Steinhorster Schützenwesen verbunden.

In seiner Laudatio fand der neue 1. Vorsitzende Sascha Röhling treffende Worte, die zugleich für Schmunzeln und nachdenkliche Momente sorgten. Mit Blick auf die lange Tradition der Familie Schmidt im Steinhorster Schützenwesen erinnerte er auch an Uwes Vater, der das Vereinsleben, wie nun sein Sohn, über viele Jahre hinweg geprägt hatte. „Mit Uwes Vater, Oberst Willi Schmidt, ging es wohl vielen Steinhorstern ähnlich wie mit Altkanzler Helmut Kohl – sie kannten einfach keinen anderen“, sagte Röhling. Ein Vergleich, der die tiefe Verwurzelung der Familie Schmidt im Verein absolut unterstrich. Der anschließende Applaus wollte kaum enden.

Mit ebenso viel Anerkennung wurden Markus Tietje und Heiner Schmidt verabschiedet, die beide über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg zentrale Rollen im Verein ausgefüllt hatten. Markus Tietje hatte als 1. Schießwart den sportlichen Bereich geprägt und war für viele der erste Ansprechpartner im Schießkeller. Heiner Schmidt wiederum hatte als Jugendwart mehrere Generationen von Nachwuchsschützen begleitet, gefördert und geformt – ein Engagement, das erst im vergangenen Jahr mit der silbernen Präsidentennadel gewürdigt worden war. Die Dankesworte, der anhaltende Applaus und so manch feuchtes Auge im Saal machten deutlich, welchen Stellenwert diese drei Persönlichkeiten für die Schützengesellschaft Steinhorst haben und wie groß die Wertschätzung für ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit ist.

Anschließend gab Röhling einen Ausblick auf das Schützenfest 2026, das erneut in Eigenregie ohne Festwirt stattfinden soll. Die Freunde aus Österreich hätten ihre Teilnahme leider erneut abgesagt. Grußworte überbrachte Philipp Trunkwalter im Namen der Gemeinde Steinhorst und zeigte sich erfreut über den vollständig besetzten Vorstand. Ein Antrag zur Änderung der Traditionsordnung, wonach die Abholung des Kinderkönigshauses künftig bei der amtierenden Prinzessin statt beim Wohnsitz des Kinderkönigs erfolgen soll, wurde einstimmig angenommen.

Zum Abschluss des offiziellen Teils richtete Uwe Schmidt noch einmal persönliche Dankesworte an seine Familie, die Thekencrew sowie an alle, die das Schützenwesen in Steinhorst mit Leben füllen. Dann verwandelte sich der Raum in einen kleinen Konzertsaal für einen sehr bewegenden Moment: Anstelle des traditionellen Niedersachsenliedes erklang plötzlich „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen – allerdings in einer eigens für diesen Abend umgedichteten Version. Bereits die erste Strophe begann mit den Worten „Das hier war ewig, ewig bis heute“ und machte unmissverständlich klar, wem dieses Lied gewidmet war. Das persönliche „Danke, Uwe“, vorbereitet von Sohn Marcel und Schwiegertochter Carina, rührte den scheidenden 1. Vorsitzenden sichtlich zu Tränen.

Unter dem Eindruck dieses Moments schloss der neue 1. Vorsitzende Sascha Röhling die Versammlung und lud die Anwesenden zu Kaltgetränken und belegten Broten ein. Bei zahlreichen Glückwünschen, Gesprächen und Umarmungen klang der Abend in geselliger Atmosphäre aus.

Bilder & Bericht: Vanessa Deckwer

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