Koschale eeten 2026: Gemeinde gibt Einblick in laufende Projekte

Fleißige Zeitungsleser kannten vielleicht bereits einige der Themen, die am vergangenen Freitagabend im Steinhorster Schützenhaus zur Sprache kamen. Dennoch zeigte die anständig  besuchte Bürgerversammlung einmal mehr, wie vielfältig die aktuellen Projekte und Herausforderungen der Gemeinde sind – und wie groß das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung ihres Ortes bleibt.

Bürgermeister Percy Pfeiff eröffnete die Versammlung und übergab nach einer kurzen Begrüßung zügig das Wort an Kämmerer Philipp Trunkwalter. Mit einem augenzwinkernden Hinweis – „Ich hoffe, ihr habt alle etwas zu trinken, jetzt wird es etwas trocken“ – leitete dieser in die Haushaltszahlen ein. Anhand mehrerer Statistiken stellte Trunkwalter die Entwicklung der vergangenen Jahre sowie die Planungen für das laufende Jahr vor. Für 2026 sei aufgrund gestiegener Umlagen und höherer Investitionen ein Minus von knapp einer halben Million Euro eingeplant.

Zu den größeren Ausgabeposten zählen unter anderem der geplante Wohnmobilstellplatz an der Lüscher Straße, das künftige Ärztezentrum inklusive Photovoltaikanlage sowie Maßnahmen am Außengelände rund um das Steinhorster Schützenhaus. Die wichtigsten Einnahmen generiere die Gemeinde weiterhin über Steuern, während Transferaufwendungen den größten Kostenblock darstellen. Auch Personal- sowie Sach- und Dienstleistungsaufwendungen würden eine zunehmend bedeutende Rolle spielen.

Im Anschluss berichtete der stellvertretende Bürgermeister Matthias Köslin aus dem Bereich Bauen. Zwar hätte die Gemeinde gerne verstärkt auf Photovoltaik gesetzt, Wirtschaftlichkeitsprüfungen hätten jedoch gezeigt, dass entsprechende Anlagen auf gemeindeeigenen Bestandsgebäuden derzeit nicht rentabel seien. Lediglich der Neubau-Anbau am Ärztehaus werde – auch aufgrund gesetzlicher Vorgaben – mit einer Anlage ausgestattet.

Mit Blick auf wärmere Tage richtete Köslin den Fokus anschließend auf das Steinhorster Lachtebad. Trotz kühlerer Temperaturen liefen dort bereits Vorbereitungen für die kommende Saison: Das Filtermaterial wurde gemeinsam durch Bauhof und Fachfirma erneuert. Die zwei neuen Abläufe, die im vergangenen Jahr eingebaut wurden, sollen auch künftig den Wasserverlust deutlich reduzieren und damit einen möglichst frühen Start in die Badesaison ermöglichen.

Auch bei der Infrastruktur konnte Positives vermeldet werden. Die Fußwege in Lüsche sowie im Lachtepark wurden rechtzeitig zu den Jubiläumsschützenfesten im vergangenen Jahr fertiggestellt, ebenso verlief die Reparatur der Drainage in der Seege erfolgreich und der Weg sei nun endlich etwas trockener. Für die, eigentlich bereits im letzten Jahr, geplanten Straßensanierungen zwischen Steinhorst und Lüsche, Räderloh und Blickwedel sowie Räderloh und Bargfeld warte man derzeit noch auf geeignetes Wetter. Erfreulich sei zudem, dass die neuen Straßenlaternen im Brauelweg seit vergangenem Mittwoch in Betrieb sind – sodass die Besucher der Versammlung ihren Heimweg bereits über beleuchtete Wege antreten konnten.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den laufenden Planungen rund um das Schützenhaus, das inzwischen als Dorfgemeinschaftshaus in gemeindlicher Trägerschaft geführt wird. Die Verfahren zur Anpassung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan laufen derzeit. In Kürze sollen archäologische Untersuchungen im Bereich des geplanten Wohnmobilstellplatzes erfolgen – nicht zuletzt, weil dort vor längerer Zeit offenbar ein historischer Fund gemacht worden sein soll. Parallel konnten notwendige Ausgleichsflächen, etwa für Magergrasbestände, erfolgreich gesichert werden. Die konkrete Bebauung für das ganze Areal werde aktuell ausgearbeitet, betonte Köslin, denn wie bei allen Bauvorhaben müsse der Natur- und Artenschutz selbstverständlich berücksichtigt werden. Auch eine behindertengerechte Parkplatzsituation am Fußballplatz werde eingeplant.

Besonderen Dank richtete Köslin an die Mitarbeiter des Bauhofs, die gerade in den vergangenen Wochen oftmals frühmorgens im Einsatz gewesen seien, um Schnee und Eis Herr zu werden. Abschließend machte er auf den diesjährigen Lesesommer aufmerksam, der von April bis Dezember ein umfangreiches Programm bieten soll. Neu sei dabei eine feste Eintrittsregelung anstelle der bisherigen Spendenbasis, um mehr Planungssicherheit zu schaffen. Eine stationäre Vorverkaufsstelle startet Anfang März bei Ilona Vogler, Tickets werden zusätzlich online erhältlich sein.

Mit spürbarer Spannung wurde anschließend der Bericht von Bürgermeister Pfeiff zur Erweiterung des Ärztehauses erwartet. Die Bauarbeiten hatten sich bekanntlich verzögert, nachdem der angrenzende, unter Denkmalschutz stehende Resthof im vergangenen Jahr mutwillig beschädigt worden war. Inzwischen sei der Bauantrag jedoch eingereicht und nach Anpassungen an der äußeren Gestaltung auch mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt. Sobald die Witterung es zulasse, könne mit den Arbeiten begonnen werden. Für den Resthof liege zudem die Genehmigung vor, die Innenverkleidungen zurückzubauen, während die historische Außenansicht erhalten bleiben müsse. Perspektivisch könne das Gebäude – bei entsprechender finanzieller Lage – auch als zentral gelegenes Dorfgemeinschaftshaus eine Rolle spielen, so der Gemeinderat. Fest stehe jedoch, dass die Gemeinde verpflichtet sei, das beschädigte Gebäude wieder aufzubauen.

Weiterhin beschäftige die Gemeinde das Thema altersgerechtes Wohnen. Ursprünglich war ein Standort auf dem Resthof-Grundstück vorgesehen. Ob dort nach Bau des Ärztezentrums nun noch ausreichend Fläche zur Verfügung steht, werde derzeit geprüft; alternativ müsse ein anderer Standort gefunden werden. Klar sei jedoch: Ohne Träger und Investor lasse sich ein solches Projekt nicht umsetzen.

Auch das gegenüberliegende „Haus der Gemeinde“ stand auf der Tagesordnung. Nachdem sämtliche Bemühungen zur Umnutzung oder anderweitigen Verwendung, besonders an den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde gescheitert seien und der Unterhalt jährlich hohe Kosten verursache, habe der Rat beschlossen, einen Makler mit dem Verkauf zu beauftragen. Eine gemeinsame Besichtigung habe bereits stattgefunden.

Großes Interesse erfährt weiterhin auch das geplante Nahwärmenetz. Über 160 Bürgerinnen und Bürger hatten die Informationsveranstaltung besucht, bislang seien jedoch nur wenige Fragebögen und Feedbacks zurückgekommen. Pfeiff rief daher erneut dazu auf, sich aktiv an der weiteren Planung zu beteiligen.

Ein besonderer Moment des Abends folgte, als Ärztin Yvonne Trommer, die mit ihrer Familie angereist war, unter Applaus den Mietvertrag für das künftige Ärztezentrum unterzeichnete. „Danke an Sie, schön, dass Sie da sind“, richtete der Bürgermeister seine Worte und den blumigen Gruß an die Medizinerin.

In der anschließenden Bürgerfragestunde nutzten die Anwesenden die Gelegenheit zum offenen Austausch mit Rat und Verwaltung. Nachdem die Fragenden nichts weiter auf dem Herzen hatten, trat der stellvertretende Bürgermeister Peter Grüneweg ans Rednerpult und kündigte an, nach 30 Jahren im Gemeinderat und zehn Jahren als stellvertretender Bürgermeister im September nicht erneut kandidieren zu wollen. „Das war kein Ehrenamt, es war eine Herzensangelegenheit“, sagte er sichtlich bewegt und dankte allen Wegbegleitern für das entgegengebrachte Vertrauen.

Harald Mundil berichtete anschließend vom vergangenen Weihnachtsmarkt, der durchweg positive Resonanz erfahren habe. Ein Überschuss von rund 600 Euro konnte erzielt und zu gleichen Teilen an den Förderverein der Badeanstalt, die Gitarrengruppe um Sabrina Queckemeyer sowie den Eltern- und Förderverein der Grundschule Steinhorst übergeben werden. Die Planungen für den nächsten Markt liefen bereits an.

Samtgemeindebürgermeister Henning Evers nutzte die Gelegenheit, zwei in der Bürgerfragestunde an ihn gerichtete Themen aufzugreifen. Das Gemeindebüro Steinhorst bleibe weiterhin mit einer Mitarbeiterin besetzt, ebenso solle der Schulstandort erhalten bleiben. „Kleine Schule, kleines System – aber wir als Schulträger wollen an der Schule festhalten“, betonte Evers. Zwar werde aktuell eine neue Schulleitung gesucht, doch sowohl baulich als auch pädagogisch entwickle sich die Schule stetig weiter. Zugleich dankte er für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Gemeinde Steinhorst und Samtgemeinde Hankensbüttel.

Zum Abschluss bedankte sich Bürgermeister Pfeiff bei allen Anwesenden, den Ehrenamtlichen sowie dem Gemeinderat für Engagement und Zusammenarbeit. Anschließend ging der Abend in den traditionellen gemütlichen Teil über: Bei Brötchen, Kaltgetränken und der beliebten Mischung aus Schnaps, Honig und Zwieback wurde gemeinsam „Koschale eeten“ gehalten – auch wenn das Rezept der Kaltschale weiterhin ein wohlgehütetes Geheimnis bleibt.

Bilder & Bericht: Vanessa Deckwer

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