Mehr als 50 interessierte Mitglieder und Gäste folgten am vergangenen Donnerstag der Einladung der Landfrauen und des Landwirtschaftlichen Vereins Steinhorst in das Tagungshaus auf dem Schmiedeberg. Zu Gast war die Agrar-Influencerin Gesa Ramme aus Kästorf mit ihrem Vortrag „Vom Feld in den Feed – Landwirtschaft in den sozialen Medien“.

Mit viel Charme, Lockerheit und einer guten Portion Humor nahm Ramme ihr Publikum mit in die Welt von Instagram, Reels und Co. Dabei gelang es ihr, auch den älteren Zuhörern verständlich zu erklären, wie soziale Medien funktionieren und welches Potenzial sie für die moderne Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft bieten.
Seit 2018 ist Ramme auf dem elterlichen Hof angestellt und hat seit der Zeit viel mit ihrer Familie umgebaut, modernisiert und ausprobiert. Zum ersten Mal sprach sie 2019 während der Bauernproteste gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung in die Kamera. Die positive Resonanz auf ihre Beiträge habe sie selbst überrascht, berichtete sie. Das Feedback sei durchweg ermutigend gewesen – ein Ansporn, ihre Internetpräsenz weiter auszubauen.
Was zunächst mit einzelnen Videos begann, entwickelte sich nach und nach zu einer stetig wachsenden Plattform. Heute folgen ihr mehr als 35.000 Menschen, einige ihrer Videos verzeichnen Aufrufzahlen jenseits der Millionengrenze, besonders die, die in Kooperation mit dem NDR entstehen.
Auf dem Hof leben mittlerweile rund 3.000 Legehennen im umgebauten ehemaligen Kuhstall. Die Eier werden überwiegend direkt vermarktet. Die verbleibenden 50 Hektar Ackerfläche dienen größtenteils dem Anbau von Futtergetreide für die Tiere, doch darüber hinaus baut die Familie auch Zuckermais und Kürbisse an.
Genau dieser Alltag liefert den Stoff für ihre Beiträge. Dabei setzt Ramme bewusst auf eine verständliche Sprache. „Nicht zuuu fachlich“, wie sie schmunzelnd betonte – schließlich wolle sie Verbraucher erreichen, nicht nur Berufskollegen. Das große Potenzial der sozialen Medien sieht sie vor allem in ihrer Kostenlosigkeit und Reichweite.
Neben informativen Formaten gehören auch humorvolle Clips aus dem Alltag dazu. Comedy-Videos lockern ihre Inhalte auf und schaffen Nähe. Auch das Thema Frauen in der Landwirtschaft greift sie immer wieder auf – ein Anliegen, das ihr persönlich wichtig ist.
Denn: Wer in der Öffentlichkeit steht, erlebt nicht nur Zuspruch. Ramme berichtete offen von sexistischen Kommentaren und Hate-Nachrichten. Gerade als Frau in einem nach wie vor männlich geprägten Berufsfeld sei sie damit konfrontiert. Viele Nutzer nutzten die Anonymität des Internets, doch die überwiegend positive Resonanz gebe ihr Rückhalt – und lasse negative Stimmen leiser erscheinen.

Mit lockerer, leichter und zugleich authentischer Art erklärte sie die Welt von Social Media so anschaulich, dass auch diejenigen, die bislang wenig Berührungspunkte mit Instagram & Co. hatten, einen guten Einblick erhielten. Videos, Beispiele und persönliche Erfahrungen machten den Vortrag lebendig und greifbar.
Im Anschluss bedankte sich die erste Vorsitzende der Landfrauen, Ulrike Lilje-Türschmann, herzlich für den „erfrischenden Vortrag – Hut ab!“.
Bei Snacks und Getränken wurde das Gehörte anschließend lebhaft diskutiert, die Einladung zum Austausch wurde gern angenommen.