Schützenfest Steinhorst 2026: Bier kalt, Wetter heiß, Stimmung heißer

Steinhorst hat geschwitzt. Und zwar kollektiv. Beim 176. Schützenfest herrschten Temperaturen knapp unter „Bratwurst auf Motorhaube grillen“, aber davon ließ sich natürlich niemand abhalten. Im Gegenteil: Wenn das Bier schneller warm wird als man gucken kann, muss man eben entsprechend nachlegen.

Schon Samstag morgens um 8 Uhr marschierten die Jungschützen mit dem Spielmannszug Steinhorst los, um ihre Jungschützenmajestät Benedict Schmidt und die Jungschützinnenbeste Leonie Kalinowski mitsamt ihrer Weihnachtselfen abzuholen und ordentlich einzugliedern. Wobei einige Steinhorster da vermutlich schon länger wach waren – der Wecktrupp hatte nämlich bereits in aller Frühe alles gegeben, um auch den letzten Langschläfer aus dem Bett zu trommeln. Erholung ist schließlich was für nach dem Schützenfest.

Nach einem ersten Umtrunk auf dem Hof Schmidt schloss man sich dem großen Festzug samt Gastvereinen an, um König Alexander Blender und seine Königin Nele abzuholen. Das Kommando hatte dann aber offensichtlich beschlossen, dass knappe 30 Grad perfekte Bedingungen für eine größere Dorfrunde sind, weshalb nochmal ausgiebig marschiert und beim Parademarsch demonstriert wurde, dass man selbst mit roten Köpfen noch erstaunlich hoch die Beine werfen kann.

Im Festzelt wartete bereits der Feuerwehr-Musikzug Ahnsen-Meinersen und brachte die Bude schon beim Frühstück ordentlich zum Wackeln. Vorsitzender Sascha Röhling begrüßte die Gastvereine und ihre Majestäten herzlich, doch auch Pastor Karsten Heitkamp und Vertreter aus der Politik wurden willkommen geheißen. Zudem gratulierte er dem jüngsten Schützenmitglied Charlotte Schmidt zum 1. Geburtstag. Auch der amtierende Schützenkönig Alexander Blender richtete noch einige Worte an die Schützengesellschaft. Mit einem Augenzwinkern bemerkte er, dass irgendwo im Zelt bereits derjenige sitze, der später beim Schießen ein glückliches Händchen beweisen werde. Diesem wünsche er „gut Schuss“ – allen anderen, die vielleicht vorsorglich schon einmal den Rasen gemäht hätten, aber am Ende leer ausgehen würden, dennoch ebenfalls alles Gute.

Satt und etwas mittagsträge ging es im Anschluss an das üppige Frühstück zum Schützenhaus zum Ausschießen der neuen Würdenträger. Der Marsch dorthin hatte allerdings erneut sichtbare Spuren hinterlassen: nassgeschwitzte Uniformen, hochrote Gesichter und allgemein der Eindruck, als hätte man gerade eine Alpenüberquerung hinter sich. Umso größer die Freude über die Überraschung des Tages: ein Eiswagen! Zeitweise war die Schlange dort länger als an der Biertheke – ein in Steinhorst wahrlich eher seltenes Naturphänomen.

Zwischendurch, quasi zur Halbzeit am Schützenhaus, wurde Britta Rohrschneider zur neuen Gästekönigin gekürt und auch die Sieger des Elchpokals ordentlich gefeiert.

Später trudelten dann alle wieder am Festzelt im Lachtepark ein – einige deutlich aufrechter als andere.

Dann wurde es spannend: Vor voll besetztem Festzelt stand die Proklamation der neuen Würdenträger an. Zunächst etwas holprig führte der 1. Vorsitzende Sascha durch die Bekanntgabe, doch seine ehrliche Ansage „Ich mache das hier schließlich auch zum ersten Mal!“ rettete eigentlich alles. Er dankte allen Helfern, Freiwilligen, der Feuwehr für die Sicherung der Straßen, dem Thekenteam, dank dessen Fleiß niemand verdursten musste und auch seinem Kommando und dem Rest des Vorstands für ihre Mühen.

Mit einem Teiler von 374,6 sicherte sich Helge Dierks die Königswürde – für viele offenbar keine allzu große Überraschung, denn sein Name war im Vorfeld bereits häufiger gefallen. Bei den Damen durfte sich Nathalie Erxleben über den Titel der Damenbesten freuen. Neuer Jungschützenkönig wurde Heiko Drögemüller, der bereits vor zehn Jahren schon einmal die Königswürde bei den Jungschützen erringen konnte. Fenja Hahn setzte sich bei den Jungschützinnen durch und knüpfte damit an ihren Erfolg aus dem Jahr 2019 an.

Auch die weiteren Ergebnisse sorgten für gute Stimmung im Zelt: Kai Glasemann wird als Vizekönig im kommenden Schützenjahr die Fahne tragen, bei den Jungschützen übernimmt diese Aufgabe Lukas Pagel. Erneut zur Vize-Damenbesten wurde Sinja Gienow gekürt. Besonders erfolgreich verlief das Schießen also für die Familie Althaus: Jennifer Althaus gewann die 30-Ring-Kette der Damen, Schwester Nathalie sicherte sich den Titel der Damenbesten und auch Sarah durfte sich über den zweiten Platz bei den Jungschützinnen freuen. Bei den Jungschützen ging die 30-Ring-Kette an Joris Glasemann, was Sascha Röhling augenzwinkernd als „sehr erfolgreiche Familie im Schießkanal“ kommentierte. Bei den Jungschützinnen setzte sich Luisa Klank (mit K!) durch, bei den Herren Ingo Schilling. Letzte Woche konnten sich bereits Emilia Beck und Levin Glasemann zu Prinzessin und Kinderkönig krönen.

Nach den Ehrentänzen hieß es dann offiziell: „Nach hinten zum Feiern weggetreten!“ Mit DJ-Team Party Sensation wurde bis tief in die Nacht gefeiert und auch die anfänglichen Startschwierigkeiten mit der Stromversorgung waren schnell überwunden.

Am Sonntagmorgen versuchte man dann beim traditionellen Suppeessen zunächst, den Magen wieder gesellschaftsfähig zu machen. Danach wurde beim obilgatorischen Fototermin tapfer in die Kamera gelächelt, obwohl es gefühlt schon wieder genauso heiß war wie am Vortag.

Anschließend machte sich der Festzug auf den Weg zum Scheibeannageln bei Jungschützenkönig Heiko Drögemüller. Die Wege blieben dabei erfreulich kurz, denn auch der neue Schützenkönig Helge Dierks ist im Peckop zuhause. Nach dem Annageln der Scheibe und einigen kühlen Getränken auf dem Hof Drögemüller zog die Schützengesellschaft weiter in den Garten des neuen Königs direkt an der Lachte.

Dort nutzten viele die Gelegenheit, bei frisch gezapften Getränken und musikalischer Begleitung des Spielmannszuges etwas Schatten und Abkühlung zu genießen. Einige ließen bei den sommerlichen Temperaturen die Füße in der Lachte baumeln, während auf dem Hof in geselliger Runde weiter gefeiert wurde. Bevor es zurück zum Festzelt ging, mussten die Jungschützen allerdings noch Verluste verkraften: Gleich acht Mitglieder wechselten zu den Altschützen – teils wegen Hochzeit, teils wegen Erreichen der magischen 30-Jahre-Grenze („Man wird halt nicht jünger.“)

Bevor es zurück in den Lachtepark ging, durfte der gesamte Festzug nochmal zeigen, dass trotz eines langen und heißen Wochenendes noch genügend Kraft in den Beinen steckte. Im Anschluss folgten im Festzelt die Ehrentänze der Majestäten, die den offiziellen Teil des Tages würdig abrundeten. Danach übernahmen zunächst noch einmal der Spielmannszug sowie der Fanfarenzug das musikalische Geschehen und sorgten mit ihren Darbietungen für kräftigen Applaus auf dem Platz vor dem Zelt. Mit DJ Meyer wurde die Feier dann fortgesetzt, und unter dem bekannten Motto „Keine Feier ohne Meyer!“ wurde bis tief in die Nacht im Lachtepark noch getanzt, gelacht, angestoßen und zusammengesessen – ehe auch das 176. Schützenfest irgendwann langsam, aber durchaus erfolgreich zu Ende ging. Vermutlich genau rechtzeitig, bevor die Uniformen endgültig mit deren Trägern verschmolzen wären.

Die vier 1. Vorsitzenden v.l.: Uwe Schmidt (2011-2025), Heinrich Müller (2003-2010), Sascha Röhling (2026-) und Gerd Pörschke (1997-2002)

So, Bilder sind zum Großteil online. Teile ich die Tage noch in Tag 1 und Tag 2 auf, damit auch dann hoffentlich wirklich alle angezeigt werden, aber erstmal viel Spaß beim stöbern.

-> Kleiner Hinweis noch: Die Fotogalerien habe ich aufgebröselt und für jedes Jahr nun eine neue Seite mit allen Veranstaltungen und Fotos erstellt. Die Schützenfestbilder findet ihr also unter Fotos und Fotos 2026 (eigentlich selbsterklärend oder?).

Bericht & Bilder: Vanessa Deckwer

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