Nach dem großen Jubiläum zum 100. Schützenfest im vergangenen Jahr ging es in Lüsche und Räderloh diesmal wieder etwas kleiner, aber keineswegs weniger gesellig zu. Das 101. Schützenfest zeigte einmal mehr, dass für ein gelungenes Fest weder ein Jubiläum noch strahlender Sonnenschein an allen Tagen nötig sind.
Los ging es am Freitagabend mit dem traditionellen Aufziehen der Fahne am Schützenhaus. Der 1. Vorsitzende Alexander Zergiebel eröffnete offiziell das Fest, bevor sich die Anwesenden zum Vergleichsschießen mit der Abordnung aus Steinhorst im Schießkanal einfanden. Praktisch sorgten ein regelrechter Gnitzenüberfall und Nieselregen dafür, dass sich die meisten Bierdurstigen lieber im Schützenhaus als im Freien aufhielten.
Gegen Mitternacht standen schließlich die Ergebnisse fest. Erstmals traten auch die Jungschützen aus Lüsche-Räderloh und Steinhorst gegeneinander an. Mit 117 zu 114 Ring behielten die Gastgeber den neu geschaffenen Pokal direkt im eigenen Schützenhaus. Die Ehrenscheibe sicherte sich die Jungschützinnenbeste Fenja Hahn aus Steinhorst. Auch die Damen aus Lüsche und Räderloh ließen beim Mannschaftsschießen nichts anbrennen und gewannen mit 114 zu 105 Ring. Die Ehrenscheibe ging an Ulrike Lilje-Türschmann. Besonders spannend machten es die Herren: Nach Ringgleichheit mussten sogar die geschossenen Zehner ausgezählt werden. Mit genau einer Zehn mehr blieb auch dieser Pokal in Lüsche. Die Ehrenscheibe der Herren ging an Steinhorsts Majestät Helge Dierks.

Am Samstag zeigte sich das Wetter dann wieder von seiner besten Seite. Gemeinsam mit dem Spielmannszug aus Hankensbüttel wurden Damenbeste Elise Bokelmann und Kinderkönig Mats-Hinnerk Fromhagen in Räderloh abgeholt. Anschließend führte der Weg nach Lüsche zur amtierenden Jungschützenkönigin und Samtgemeindejungschützenkönigin Merle Türschmann. Nach einem kurzen Umtrunk wartete bereits Jubiläumskönig Phillipe von Planta zum Königsfrühstück am Schützenhaus.
Bevor die Erwachsenen um die Königswürden kämpften, waren zunächst die Kinder an der Reihe. Mit starken 91,2 Ring setzte sich Henriette Röling aus Räderloh an die Spitze und wurde neue Kinderkönigin. Tys-Henner Fromhagen belegte mit 89,9 Ring Platz zwei. Neue Schützenkids-T-Shirts gab es übrigens auch:

Danach begann das große Ringen um die Königswürden. Während im Schießkanal mehr oder minder konzentriert gezielt wurde, sorgte draußen der Spielmannszug für Unterhaltung. Nachdem die Gastvereine eingetroffen waren und man gemeinsam eine Dorfrunde absolviert hatte, folgte der spannendste Teil des Tages: die Proklamation.
Und das Wichtigste zuerst: Alle Würden konnten besetzt werden. Den Fischorden erhielt Oberst Jürgen Domeyer, der Hartwig-Heers-Orden ging an Lukas Oehne. Jakob Engler wurde neuer Jungschützenkönig, Nicole Zergiebel vertritt im neuen Schützenjahr die Damen als Damenbeste und Hartmut Pelzer sicherte sich die Kronprinzenwürde mit dem zweitbesten Ergebnis.
Dass die Familie Röling einen besonders guten Schützentag erwischt hatte, zeigte sich dann erneut: Nachdem Tochter Henriette bereits Kinderkönigin geworden war, setzte sich auch Vater Christian Röling durch und wurde neuer Schützenkönig.

Zum Festessen ging es anschließend auf den Saal der Familie Pelzer. Dort entwickelte sich das Ausgeben von Freibier beinahe zu einem sportlichen Wettkampf. Wie viele Liter letztlich zusammenkamen, konnte (als sie leer waren) oder wollte (war halt einiges) später niemand mehr genau beziffern.
Frisch gestärkt startete am Abend dann der Königsball. Während auf dem Saal bereits fleißig getanzt wurde, zog es andere noch einmal zum Schützenhaus. Dort wurden der Oranje-Pokal zwischen den Freunden aus den Niederlanden und der Gästekönig ausgeschossen. Schießsportleiterin Doris Köslin konnte schließlich Laura Schiphorst als Siegerin des Oranje-Pokals und Leonie Trettin als neue Gästekönigin proklamieren. Bemerkenswert: Für Leonie war es das allererste Schießen mit dem Kleinkalibergewehr.

Selbst der einsetzende Regen konnte der Stimmung nichts anhaben. Mit Jannik Wetzel vom DJ-Team Party Sensation wurde bis tief in die Nacht gefeiert.
Das Sonntagswetter zeigte sich deutlich grauer, fast identisch mit den Augenringen der Gestalten, die sich zum Antreten bei Kirks trafen. Gemeinsam mit dem Spielmannszug Steinhorst ging es dann zum Anbringen der Königsscheiben. Was die Steinhorster mit Jungschützenkönig und Schützenkönig wohnhaft in derselben Straße geschafft hatten, konnten die Lüsche-Räderloher sogar noch toppen: Gleich drei Scheiben fanden auf dem Eichenhof in Räderloh ihren Platz. Zunächst wurde die Kinderkönigsscheibe für Henriette Röling angebracht, später die von Christian. Für die Damenbestenscheibe von Nicole Zergiebel musste dann lediglich einmal um die Hausecke marschiert und die Scheibe in luftiger Höhe angebracht werden.
Nach einem Umtrunk führte der Weg weiter nach Lüsche zu Familie Engler, wo Jungschützenkönig Jakob Engler seine Scheibe vorm Haus mit dem frisch gemähten Rasen erhielt. Anschließend wartete das traditionelle Katerfrühstück auf dem Festsaal. Nach einigen Ehrungen langjähriger Mitglieder und Beförderungen standen dann die Kinder (und Jungschützen?) beim Kindertanzen im Mittelpunkt.

Am Abend stand schließlich die letzte Scheibenübergabe an. Exakt 25 Jahre nachdem sein Vater Hartmut Röling Schützenkönig war, hängt nun die Scheibe von Christian Röling daneben am selben Giebel. Zum Abschluss lud der neue König noch einmal in seinen Garten ein. Bei Kaltgetränken, Schnittchen und musikalischer Begleitung durch den Spielmannszug ließ man das Schützenfest dort gemütlich ausklingen.
Gegen 19.30 Uhr beendeten der 1. Vorsitzende Alexander Zergiebel und Oberst Jürgen Domeyer mit einem kräftigen „Horrido – Joho!“ offiziell das 101. Schützenfest. Dass danach noch die eine oder andere Stunde weitergefeiert wurde, gilt allerdings als unbestätigtes Gerücht.
Bilder gibts die Tage in der Fotogalerie. Die ist übrigens wieder repariert und zeigt die Bilder so an, dass man sich wieder bequem durchklicken kann.
Fotos und Bericht: Vanessa Deckwer
