„Prost Jahrmarkt!“ 2026

„Prost Jahrmarkt“ schallt es aus allen Ecken – und plötzlich steht man wieder neben Leuten, die man vermutlich ziemlich genau vor einem Jahr zuletzt gesehen hat. Denn wenn in Steinhorst Jahrmarkt ist, trudeln sie alle wieder in der Marktstraße ein. Zum Klönen, Gucken, Essen, Karussellfahren und natürlich zum Anstoßen.

Dass der Steinhorster Jahrmarkt schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, zeigt ein Blick in die Geschichte. Die erste bekannte schriftliche Erwähnung des Steinhorster Marktes stammt aus dem Jahr 1687. In einem Briefwechsel zwischen den Ämtern Isenhagen und Gifhorn ging es damals unter anderem um den Verkauf von Wolle bei den Jahrmärkten in Steinhorst und Hankensbüttel. Und wahrscheinlich gab es den Jahrmarkt sogar schon deutlich länger: Es wird vermutet, dass er bereits Mitte des 16. Jahrhunderts, möglicherweise zwischen 1539 und 1549, entstanden ist.

Ganz so weit zurück mussten wir am gestrigen Dienstag dann aber doch nicht reisen. Los ging es mit dem Jahrmarktsfrühstück im Haus am Schmiedeberg – und das war in diesem Jahr so gut besucht wie noch nie. Fast 100 Anmeldungen waren eingegangen. Bei bestem Wetter begrüßte Bürgermeister Percy Pfeiff die zahlreichen Gäste, die es sich nicht nur im Haus, sondern teilweise auch auf der nagelneuen Terrasse (fertiggestellt von Blender Garten- Landschaftsbau) dahinter gemütlich gemacht hatten.

Beim Frühstück ging es in diesem Jahr wieder ein bisschen „back to the roots“. Gemeinsam mit Bäcker Michael Meyer und dem Landhaus Räderloh wurde bewusst auf ein riesiges Buffet verzichtet. Stattdessen gab es einen etwas kleineren und damit auch bezahlbaren Rahmen. Und eines war dabei ganz klar: Pfannenschlag (auch Knipp oder Kopfwurst genannt) musste auf den Tisch! Dazu gab es Backschinken, Kartoffelgratin und Bratkartoffeln, Salat und Dessert. Dass die Mischung gut ankam, war nicht zu übersehen.

Danach wurde es musikalisch. Die Seniorenschützen der Schützengesellschaft hatten vier Lieder einstudiert. Die „singenden Silberrücken mit Schuss“, wie Jubiläumsschützenkönig Alexander Blender die Truppe im vergangenen Jahr getauft hatte, gaben alles und hoben sich für den Schluss „Mein Steinhorst“ auf.

Bilder jahrmarkt 2026
Foto: Vanessa Deckwer

Heiner Müller, Zugführer der Seniorenschützen, kündigte das Lied mit einem Augenzwinkern an: „Holt schon mal die Taschentücher raus.“ Tatsächlich lauschten die Gäste andächtig und stimmten teilweise selbst in die Lieder mit ein. So wurde aus den „Silberrücken“ die „singenden Silberrücken“.

Am Nachmittag waren dann die LandFrauen Steinhorst an der Reihe. Mit reichlich Kaffee, Kuchen und Torten im Gepäck bezogen sie das Haus am Schmiedeberg und sorgten dafür, dass auch die Kaffeetafel nicht zu kurz kam.

Danach ging es hinaus auf die Festmeile. Die Marktstraße war dafür natürlich rechtzeitig gesperrt worden und rund 20 Stände warteten auf die Besucher. Es gab allerlei Leckeres, von süß bis herzhaft, und natürlich durfte auch das Jahrmarktprogramm für die jüngeren Besucher nicht fehlen: Autoscooter, Ketten- und Kinderkarussell und Trampolin sorgten dafür, dass das Jahrmarktsgeld nicht lange in den Taschen blieb.

Und mittendrin immer wieder: „Prost Jahrmarkt!“ (oder Prosit)

Denn genau das ist es irgendwie, was den Steinhorster Jahrmarkt ausmacht. Man kommt wegen des Jahrmarkts (und andere wegen Bier und Bratwurst) und trifft dabei Menschen, denen man sonst nicht allzu oft begegnet. Ein kurzer Gruß wird zum Gespräch, aus „Wie geht’s?“ werden zehn Minuten und aus zehn Minuten manchmal eine ganze Stunde. Viel mehr braucht es eigentlich gar nicht.

Zum Abschluss des Tages zog es viele Besucher noch zum Schankwagen am Anfang der Festmeile. Dort wurde weitergeredet, angestoßen und langsam ein langer Jahrmarktstag ausklingen gelassen.

Und dann war er auch schon wieder vorbei.

Bis zum nächsten letzten Dienstag im August dauert es nun wieder ein Jahr. Aber eines ist sicher: Nach dem Jahrmarkt ist vor dem Jahrmarkt.

Prost Jahrmarkt!

Bilder & Bericht: Vanessa Deckwer

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

dreizehn − acht =