Die Dörfer im “ Großen Holz „

Foto Hans-Hartmuth Müller

Wer mit der OHE-Bahn von Wittingen nach Eldingen  fährt und aufmerksam die Landschaft draußen  betrachtet, der wird drei verschiedene Gegenden dabei erkennen : Zuerst die üppig reiche Korngegend von Wittingen bis Alt-Isenhagen, danach eine viel ärmliche Holz- und Heide-
landschaft bis zum Bahnhof Gr. Oesingen und dann von Steinhorst ab wieder eine fruchtbarere
Umgebung. Wer den verschiedenen Boden dieser drei Landschaften kennt, dem ist das unterschiedliche Aussehen kein Wunder; denn bei Wittingen gibt der feine Staub des zusammen-
gewehten Flottsandes den Feldern die große Fruchtbarkeit, im Westen um Eldingen und Beeden-
bostel hat das Eis in der Zeit der Vergletscherung unserer Heimat den schweren Lehmboden ab-
gesetzt, für das Mittelstück mit den leichten Sandböden ist aber das Schmelzwasser der Erd-
moränenzüge verantwortlich zu machen. Will man eine Pflanze als bezeichnend für diesen Boden
wählen, so müßte man ihn den Kronsbeerensand nennen.

Merkwürdig, wie Boden und Pflanze so eng miteinander verbunden sein können! Dr. Hans Schomann hat diesen Zusammenhang zwischen Preißelbeere, bei uns Kronsbeere genannt, und
der geologischen Erscheinung des *Sandurs gewiesen.

Hier in unserer engeren Heimat aber ist das Gebiet des “ Großen Holzes “ eine der schönsten
Kronsbeerengegenden. Zwischen Lachte und Lutter dehnte sich dieses Waldgebiet aus. Im Norden war es zum Sandurgebiet gehörig, im Süden reichte das “ Große Holz “ schon mit den Gemarkungen von Steinhorst, Metzingen und Eldingen die Lehmscholle hinein.
Für das erste Gebiet waren Räderloh und Lüsche die wichtigsten Dörfer, auf der Gegenseite ge-
hörten Eldingen und Metzingen zu den ältesten Siedlungen, jünger waren Steinhorst, Bargfeld und Wohlenrode, auch Marwede, das zuerst nur aus einem Einzelhof bestand.

Von Friedrich Barenscheer – Kreiskalender GF-Isenhagen 1958

*Sandur (Sander):
Als Sander bezeichnet man „die glazifluvialen Akkumulationen jenseits des Eisrandes bzw. eines zugehörigen Endmoränenzugs.(Baumhauer et. al. 2017, S. 113)
Die Entstehung von Sandern ist an eine länger andauernde Stillstandsphase des Gletschereises gebunden.
Im Bereich der norddeutschen Vereisung bestehen die Sanderflächen aus Sanden. Wird die Entfernung vom Eisrand größer, nimmt die Korngröße des Sandermaterials kontinuierlich ab.

Quelle: https://geohilfe.de/physische-geographie/geomorphologie/glaziale-formung/glazifluviale-ablagerungen/

Hans-Hartmuth Müller
2023

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