Hermann Wiedenroth im Schulmuseum – Ein jüdischer Lebensweg im 19. Jahrhundert

Fotos Hans-Hartmuth Müller

Im
Rahmen der Tessenow-Ausstellung im Schulmuseum

 in Steinhorst fand am

 Mittwoch,
den 9. November 2017 eine weitere 

Veranstaltung statt.


Herr Dr. Schmidt und Frau von Welck bei 

der Begrüßung. 

Diesmal
ging es um eine Lesung von originalen Zeitungsberichten aus den Jahren 1845-48,
die auf eindrucksvolle Weise das erschütternde Schicksal eines heimatlosen
jüdischen Hausierers und seiner Familie deutlich machte. Hermann Wiedenroth aus
Bargfeld, der den Besuchern des Steinhorster Lesesommers bestens bekannt ist
und hochgeschätzt wird, gestaltete die Lesung in gewohnt souveräner Art. Der
heimatlose Schulm Moses hatte keinen gültigen Pass und überhaupt keine Chance,
für sich und seine kleine Familie diesen in Deutschland zu erhalten.
 

Mittellos, ständig bedroht von Prügelstrafen, wurde er von
„der Obrigkeit“ hin und her über die Grenzen gezwungen. Wenn sich nicht der
Rechtsanwalt Heinrich Albert Oppermann seines Schicksals angenommen hätte und
es fertig gebracht hätte Geld für eine Auswanderung nach Amerika für Schulm
Moses zusammen zu sammeln, wäre der Hausierer wohl zu Grunde gegangen.

Die Alexander und Fanny Simonsche Stiftung, die 1910 den
Architekten Heinrich Tessenow beauftragte, in Steinhorst ein Wohnheim für
jüdische Landwirtschaftslehrlinge zu bauen (das heutige „Haus der Gemeinde“)
hatte es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Juden eine gute Ausbildung zu
vermitteln, damit ihnen ein Schicksal wie das von Schulm Moses erspart blieb.

 

Der
nächste Vortrag im Rahmenprogramm der Tessenow-Ausstellung findet am Mittwoch,
den 30. 11. 2016
um 19 Uhr statt. Jürgen Padberg wird über die Schüler des
Architekten Heinrich Tessenow berichten.
  

Karin von Welck

 

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