„Koschale eeten“ auf der Bügerversammlung

Fotos Hans-Hartmuth Müller

Im Anschluß an der Bürgerversammlung, gab es das traditionelle „Koschale eeten“. Diesen Brauch gibt es in Steinhorst schon min. 150 Jahre. Ein genaues Datum läßt sich nicht mehr feststellen. Koschale (Kaltschale) ist eine Spezialität aus Korn und Honig, dazu werden Zwiebackstückchen eingebröselt und in Schüsseln abgefüllt. Die genaue Zusammensetzung kennen nur wenige Bürger.


Eine Schüssel ist für 4-6 Personen gedacht. Mit einem Löffel wird dann die Koschale aus der Schüssel gelöffelt, dazu benötigt keiner einen Teller. Jeder Bürger hat ein Wurstpaket dabei, um dann seine Wurst mit anderen zu teilen. Ein scharfes Messer reicht dazu, um die Wurst zu schneiden.

Die Stücke können ruhig etwas dicker geschnitten werden. Im Siebenjährigen
Krieg (1756 – 1763) kannte man diese Köstlichkeit auch schon, dort gab es eine
andere Zusammensetzung. Es wurde Brandwein, Honig mit Lebkuchen oder
Honigkuchen vermischt und darin waren noch Rosinen eingelegt. Später durfte
die Suppe bei keinem Weihnachtsessen fehlen, diese ersetzte das Dessert.


Die Koschale gab es hauptsächlich in der Gegend von Braunschweig – Celle – Wolfsburg. Vor einigen Jahren hat die Ostfriesen-Zeitung von der Steinhorster Tradition berichtet. Es ist nicht bekannt, dass die Koschale noch in anderen Orten gelöffelt wird.

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